Hallo anwofis,
ja, die ISO527-2 ist die Prüfnorm für den Zugversuch an Kunststoffen, im Prinzip also das Pendant zu der von Dir zitierten ASTM-Norm.
Die DIN EN ISO Normen sind aus dem nationalen/europäischen Raum zur internationalen Norm überführt geworden, um die Prüfungen vergleichbar zu machen und der Internationalität Rechnung zu tragen. ASTM Normen kommen aus dem Nordamerkanischem oder "angelsächsichen" Raum und haben natürlich das gleiche Ziel. Es gibt auch einen gewissen Wettbewerb zwischen den Normen bzw. Normverbänden. Jede Wirtschaftsmacht möchte natürlich "Ihre" Lieblingsnorm durchdrücken. Man kann hier also z.T. auch mit einer Landestypischen Norm gut fahren u.U. - aber eben nur dort.
Im Kunststoffbereich bzw. bei den Kunststoffrohstoffherstellern haben sich eben die ISO bzw. ASTM Normen durchgesetzt, weil das Material auch Kontinentweise oder global verkauft wird. Die meisten Hersteller bieten Datenblätter mit ASTM oder ISO Normen bzw. beides an, damit man Werkstoff (Kunststoff)eigenschaften besser vergleichen kann. Im Grunde ist es ja egal, an welcher Norm Du Dich orientierst bzw. hängt davon ab ob Du unbedingt bestimmte Herstellerangaben mit Deinen eigenen Messungenvergleichen willst. Die Datenblätter für Filamente sind aber generell meist sehr spartanisch und auf wenige Angaben reduziert.
Viele geben auch gar nicht den Probentyp genau an oder wie dieser gedruckt wurde, d.h. wie die Zugprobe im Bauraum orientiert wurde.
Da kann man viel durch "Verschweigen" tricksen damit das eigene Filament im Vergleich zu den Marktbegleitern gut darsteht. Das sagt aber oft noch gar nichts aus über die Druckbarkeit oder die späteren Material-/Bauteileigenschaften.
Für die Zugprüfmaschine würde ich -so habe ich es geplant und scheint mir auch nicht unüblich zu sein im 3D-Druckbereich- auf reduzierte Probengrößen zu gehen, schon alleine damit man ggf. mehrere Proben auf die Druckplattform bekommt. Wichtig ist halt immer die gleiche Probengeometrie zu verwenden und Parameter bzw. Baurichtung festzuhalten, damit man am Ende nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.
Du siehst aber, dass sich die Klemmflächen der Proben unterscheiden. Die Klemmfläche sollte möglichst nicht zu klein sein, sonst zerstörst Du
die Probe schon beim Anziehen der Klemmbacken bzw. leitest zu viel Kraft ein (zudem Gefahr eines mehrachigen Spannungszustandes, Vorschädigung usw.).
Da solltest Du Dir schon ein paar Gedanken machen. Die Probe sollte schließlich idelaerweise im Messbereich reissen und nicht an der Einspannung. Und nicht aus der Klemme rutschen. Die Klemmfläche darf also nicht zu glatt sein.
Für Deine Zugprüfmaschine könnten evtl. diese Klemmen hier fürs Erste genügen (bei Amazon gefunden, nur Bsp.):
Clicke Kiefer Zwingen Set für präzises Fixieren von Werkstücken,Spannungsprüfstand Zwingen 500N Belastung Spanndurchmesser 3.5mm.JPG
Ich dachte auch erst ans selber Basteln, da Profiklemmsysteme sehr teuer sind (ein paar Tausender sind da nix...), daher hatte ich mir diese preiswerten Ersatzbacken besorgt:
Bahco ERSATZ-BACKEN U. -SCHRAUBEN FÜR SCHRAUBSTOCK 6010, 100MM.JPG
Die sind allerdings breiter als notwendig, bieten dafür aber eine schöne Riffelung. Im Grunde möchste ich mich aber auch nicht zu sehr mit dem Konstruieren und Fräsen optimaler Klemmen aufhalten.
Was Professionelles findet man z.B. unter:
http://www.grip.de/
Ich würde mich für die Keilspannklemmen entscheiden:
http://www.grip.de/G08/
Die TH256 oder THS622 wären schon interessant, aber auch recht voluminös (es muss ja noch zur Maschinengröße passen...) und vermutlich recht teuer. Hab's noch nicht angefragt.
WICHTIG ist, dass Du die Probe auch einachsig ziehst und gerade einspannen kannst. Es sollte also kein Versatz zw. den oberen und unteren Klemmbacken sein und die Probe muss rechtwinklig gespannt werden. Sonst kannst Du Deinen mühsam generierten Messwert gleich wieder in die Tonne kloppen.
Ansonsten dachte ich an einen U-Rahmen aus stabilen Alu-Profilen, Spindelgetriebender Traverse (2 Kugelumlaufspindel angetrieben synchron über Riemen + Stepper) und zusätzlich geführt über Linearschienen an den seitlichen Maschinenholmen. So jedenfalls meine Gedanken bisher.
An den Hinweisen von AtlonXP ist allerdings auch was dran, muss ich nochmal drüber nachdenken. In jeden Fall darf sich bei mir nix nach oben
rausspindeln. Ich will das Prüfmaschinchen auf den Tisch stellen und da ist oben gerade noch Platz für 'nen Stepper drauf.
Wenn so ein TPE oder Ninjaflex 50,100,200...400% Dehnung macht (bei Elastomeren keine Seltenheit!) brauchst Du Traversenweg.
Nur, falls man sowas auch mal ziehen möchte.
Viele Grüße
Plastiker
PS: Kannst Du was über den Kraftmesstsand rauslassen und wie Du an die Spannungswerte kommst?
PS2: Bzgl. Dehnung dachte ich an optische Dehnungsmessung per Kamera! RasPi Cam vorgesetzt, Markierung auf die Probe und los geht's...bin aber leider kein Programmierer

Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
RF500-Bausatz, div. Modifikationen/Verbesserungen (E3D, NOT-AUS, TMC2100-Stepper Driver, RAMPS + FanExtension, DDP, Frontdoor, LED-Beleuchtung, Elektronik-Gehäuse mit Lüftern, Filament-Kammer, Einhausung,..)